LAG – Link Aggregation von Netzwerkschnittstellen

1. Einleitung

Link Aggregation fasst mehrere physische Netzwerkschnittstellen zu einer logischen Verbindung zusammen. Ziel ist es, sowohl die Bandbreite zu erhöhen als auch Redundanz und Ausfallsicherheit zu gewährleisten.

2. Definition und Grundlagen

  • Zusammenfassung mehrerer Ports zu einem „Link Aggregation Group“ (LAG)
  • Verhält sich für das Netzwerk wie ein einzelner logischer Port
  • Arbeitet auf OSI-Schicht 2 (Data Link Layer)

3. Ziele und Vorteile

  1. Erhöhung der Bandbreite
    • Aggregierte Bandbreite entspricht der Summe der Einzellinks
  2. Redundanz und Ausfallsicherheit
    • Fällt ein Link aus, bleiben die übrigen aktiv
  3. Lastverteilung (Load Balancing)
    • Traffic wird auf mehrere Links verteilt, basierend auf MAC-, IP- oder TCP/UDP-Headern

4. Aggregationsmodi

  • Static (Manuell): Feste Konfiguration ohne Protokoll
  • LACP-basiert: Automatische Aushandlung
  • Modi nach Linux-Bonding:
  1. Round Robin
  2. Active-Backup
  3. XOR (Querverteilung)
  4. Broadcast
  5. IEEE 802.3ad
  6. Adaptive Transmit/Receive Load Balancing (ALB/ATLB)

5. Implementierung in Betriebssystemen

5.1 Linux (Bonding Driver)

  • Kernelmodul bonding laden
  • Konfigurationsdatei /etc/network/interfaces oder systemd-networkd
  • Tools: ifenslave, ip link

5.2 Windows (NIC Teaming)

  • Ab Windows Server 2012 integriert
  • GUI unter „Server-Manager → NIC-Team“ oder PowerShell-Cmdlets